Schlupf

Der Schlupf kann schnell ablaufen, er kann aber auch mehrere Tage dauern. Dabei machen die Jungtiere auch öfters eine Pause um sich zu erholen. Also keine Angst, wenn mal für ein paar Stunden nichts passiert.

Sobald die Babys aus dem Ei geschlüpft sind, vergraben sie sich im Brutsubstrat. Meine anfängliche Angst, sie könnten die Heimchendose überwinden und in der Wasserrinne ertrinken, scheint unbegründet. Man muss also nicht (so wie ich) währen der ersten Schlupfprozesse Tag und Nacht vor dem Brutapparat sitzen, vor lauter Sorge, dem Kleinen könnte in der grausamen Maschine etwas zustoßen. Es reicht, die Eier alle paar Stunden zu kontrollieren. Wenn ein Jungtier geschlüpft ist, wird ein feuchtes (mit lauwarmem Wasser) Papiertuch in eine frische Heimchendose gefaltet und das Jungtier dazugegeben. Dann kommt die Dose mit dem Baby für noch ca. 24 Stunden zurück in den warmen Brutapparat. Während dieser Zeit kann sich das Jungtier erholen und die offene Stelle am unteren Panzer vom Dottersack kann sich weiter verschließen.

Danach kommt das Kleine in ein geeignetes Frühbeet, dass vor allem vor Vögeln gut geschützt sein muss. Ich habe dazu ein Hochbeet mit Frühbeetaufsatz auf der Terrasse stehen, das mit einem Netz abgedeckt ist.  

Im Herbst kommt das Hochbeet dann ins Wohnzimmer und wird bis Anfang November mit künstlicher Sonne bestrahlt. Dabei reduziere ich die Temperatur alle paar Tage um eine halbe Stunde, zum Schluss ist die Sonne noch von 10 bis 15 Uhr in Betrieb. Dann warte ich einen milden Tag Anfang November ab und siedle die Jungtiere ins vorbereitet Freiland-Frühbeet um. Jetzt können sie sich unter dem Stroh in den aufgelockerten Boden eingraben. Da sich aber nicht alle Tiere eingegraben wollten, habe ich schließlich einen 250 Watt Elstein-Strahler installiert, der sich bei einer Außentemperatur < 5 °C automatisch einschaltet und so die Temperatur im Frühbeet ein paar Grad erhöht. Alle Tiere haben den Winter unbeschadet überstanden und sind Ende März/Anfang April aus der Winterstarre erwacht.

Die Heimchendosen nach jedem Gebrauch gut ausspülen und trocknen lassen. Und nicht in die Spülmaschine stecken, zumindest nicht wie wir bei 65 °C. Die Dosen waren dann zwar fast steril, leider aber auch geschmolzen. Das dünne Plastik hält diese Temperatur nicht aus.

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