Inkubation

Zum Ausbrüten der Eier benötigt man einen Brutapparat, z.B. einen Flächenbrüter oder einen Motorbrüter. Am besten ein digitales Gerät, bei dem man die Temperatur über ein Display einstellen kann. 

Außerdem braucht man „Heimchendosen“ und Brutsubstrat (Vermiculit). Man kann die Eier auch in Erde legen und ganz oder teilweise eingraben. Oder man legt die Eier auf Noppenschaumstoff in den Brüter, ganz ohne Brutsubstrat oder ähnliches. Es wird oft berichtet, dass die Eier durch Vermiculit Spannungsrisse bekommen können. Diese Erfahrung kann ich nicht bestätigen. Sollte man so einen Riss jedoch entdecken, kann er mit Kerzenwachs verschlossen werden. Einfach ein bischen Wachs auf die Finger tropfen lassen und dann den Riss zuschmieren.

Vermiculit, Heimchendosen und was man sonst noch braucht kann man z.B. bei der "Schildkrötenfarm-Speyer" bestellen.

Man gibt die erforderliche Menge Brutsubstrat in eine Schüssel und füllt diese mit Wasser, so dass das Substrat schwimmt. Nach einigen Minuten, wenn sich das Substrat mit Wasser vollgezogen hat, nimmt man soviel man kann in eine Hand und macht eine Faust (aber stark drücken !), um das überschüssige Wasser herauszuquetschen. Jetzt hat das Brutsubstrat die richtige Feuchte und wird in die Heimchendose gegeben. Dies wiederholt man solange, bis alle Heimchendosen bis  zur Hälfte gefüllt sind. Jetzt noch mit dem Finger Dellen in das Substrat gedrückt, dann kann man die Eier in die Dosen umbetten. Solange ich Platz habe lege ich in jede Dose nur ein Ei. Man kann natürlich auch mehrere Eier in eine Heimchendose legen. Im Bodenbereich des Flächenbrüters befinden sich Rinnen aus Kunststoff, die man mit Wasser füllt. Dann werden die Heimchendosen darauf gestellt. Dazu stelle ich noch eine flache Plastikschüssel (ähnliche Größe wie die Heimchendosen) mit Wasser dazu. Ich überwache die Temperatur und vor allem die Feuchte mit einem zusätzlichen Messgerät. Die Feuchte sollte wenigstens bei 80% liegen. Wenn sie abfällt, muss man die Wasserrinnen wieder füllen und das Brutsubstrat anfeuchten. Dazu gebe ich Wasser mit einer kleinen Spritze in das Substrat um die Eier herum, aber ohne die Eier nass zu machen !. Ich stelle die Temperatur auf 32, 5 °C, um hauptsächlich weibliche Nachzuchten zu bekommen. Das Geschlecht des Tieres ist bei der Eiablage noch nicht festgelegt und wird während des Brutvorgangs über die Temperatur festgelegt. Die Scheiteltemperatur liegt bei 31,5 °C. Will man also relativ sicher Weibchen ausbrüten, muss man die Temperatur höher ansetzen, eben bei 32,5 C. Höher sollte man den Regler jedoch auf keinen Fall einstellen, da sich mit steigender Temperatur auch die Missbildungen (Anomalien) und die Sterblichkeit häufen.

Um das Geschlecht zu bestimmen, muss man ein paar Jahre warten, bis man es eindeutig erkennen kann. Die Männchen haben einen dicken, fleischigen Schwanz und in der Regel ist der Bauchpanzer leicht nach innen eingedrückt, damit sich das Männchen bei der Paarung besser an das Weibchen anschmiegen kann (Ganz schön praktisch). Beim Weibchen ist der Bauchpanzer ohne Wölbung und der Schwanz klein und kurz.

  

Um festzustellen, ob die Eier befruchtet sind, muss man sie mehrmals durchleuchten (schieren). Dazu nimmt man entweder eine spezielle Schierlampe aus dem Zubehör oder eine 5 Watt LED Taschenlampe und durchleuchtet die Eier von unten nach oben. Wichtig dabei ist, die Eier dabei weder zu drehen noch zu erhitzen. Daher am besten eine LED-Lampe, die wird nicht wirklich warm. Wenn das Ei befruchtet ist, entsteht nach 1-3 Tagen auf der Oberseite ein dunkler Fleck, der täglich größer wird. Hierzu habe ich vom aktuellen Gelege eine Fotodokumentation erstellt. Das erste Bild wurde ca. 24 Stunden nach der Eiablage aufgenommen, danach wurde in folgenden Abständen durchleuchtet:

Tag 1 bis Tag 7 täglich, Tag 10, Tag 15, Tag 20 und Tag 25

          Ei Nummer 1:

 

          Ei Nummer 4:

 

          Ei Nummer 5:

 

Theoretisch sollte man entsprechend der Natur die Bruttemperatur nachts absenken. Da es aber einfacher und bequemer ist, ständig mit gleichen Temperatur zu brüten, habe ich mich auch für diesen Weg entschieden.

Nach 54 Tagen beginnt dann der Schlupf. Bei uns konnte man die Uhr danach stellen. Zumindest ein Ei hatte einen Sprung ist die nächsten 12-24 Stunden geschlüpft. Die anderen sind dann die nächsten Tage gefolgt. Auch kam es vor, dass ein Ei erst einige Tage später geschlüpft ist.

 

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